Jagdzeit
Bock Klasse I - Geweihgewicht bis 300 g Oberösterreich
Rehwild (Capreolus capreolus) ist die kleinste und mit Abstand häufigste Schalenwildart im deutschsprachigen Raum. Mit einer jährlichen Jagdstrecke von weit über einer Million Stück allein in Deutschland gilt das Reh als wichtigste Wildart der heimischen Jagd und prägt das Bild der Reviere in Wald und Feld.
— Heute geschont
Wann darf Bock Klasse I - Geweihgewicht bis 300 g in Oberösterreich bejagt werden?
Schusszeiten sind hervorgehoben. Geschonte Monate erscheinen als leere Reihen.
Genaue Daten
- 2026-06-01 → 2026-09-30
- 2025-06-01 → 2025-09-30
Quelle: Oberösterreichischer Landesjagdverband
Über Rehwild
Rehwild ist ein ausgesprochener Kulturfolger und besiedelt eine große Bandbreite an Lebensräumen, von geschlossenen Mischwäldern über strukturreiche Feld-Wald-Übergänge bis hin zu offenen Agrarlandschaften mit kleinen Feldgehölzen. Besonders geschätzt werden Randzonen reich gegliederter Busch- und Mischwälder mit dichtem Unterwuchs, die zugleich Deckung, Einstand und Äsung bieten. Verjüngungsdickungen ab etwa 0,8 m Höhe dienen tagsüber als bevorzugte Ruheplätze, während zur Dämmerung auf angrenzende Offenflächen ausgetreten wird.
Im Sozialverhalten zeigt sich das Reh die meiste Zeit des Jahres als Einzelgänger oder in kleinen Familienverbänden aus Ricke und Kitzen. Im Winter schließt es sich häufig zu losen Verbänden, den Sprüngen, zusammen, die sich vor der Setzzeit im Frühjahr wieder auflösen. Die Brunft, in der Jägersprache Blattzeit, fällt in den Hochsommer und reicht etwa von Mitte Juli bis Mitte August. Bemerkenswert ist die Eiruhe: Nach der Befruchtung pausiert die Embryonalentwicklung über mehrere Monate, sodass die Kitze erst im Mai oder Juni gesetzt werden, in der Regel zwei, seltener eines oder drei.
In der Jägersprache wird das männliche Stück als Bock oder Rehbock bezeichnet, das weibliche als Ricke oder Geiß, der Nachwuchs im ersten Lebensjahr als Kitz, im zweiten Lebensjahr als Schmalreh beziehungsweise Jährling beim Bock. Eine Ricke, die bereits einmal gesetzt hat, gilt als Altricke. Diese Altersklassen sind die Grundlage des Ansprechens und steuern, welches Stück in welcher Jagdzeit erlegt werden darf.
Klassisch wird Rehwild als Einzeljagd bejagt. Im Mittelpunkt stehen der Ansitz an Kanzeln und Leitern in Wechseln, an Äsungsflächen und an Waldrändern sowie die Pirsch, die unter Jägern traditionell als Krone der Jagd gilt. Beide Formen beunruhigen das Wild bei korrekter Ausübung nur wenig und erlauben ein sicheres Ansprechen. Daneben hat sich die Drückjagd, häufig als Ansitzdrückjagd in größeren Revieren, als wichtige Gesellschaftsjagdart etabliert, mit der in vertretbarer Zeit eine spürbare Strecke erzielt und der Jagddruck räumlich konzentriert wird.
Für die Forstwirtschaft hat Rehwild eine zentrale Bedeutung. Aufgrund seiner weiten Verbreitung und seiner Vorliebe für die Knospen und Triebe junger Bäume verursacht es den anteilig stärksten Verbiss an der Waldverjüngung. Wiederholter Verbiss an empfindlichen Mischbaumarten wie Tanne, Bergahorn, Buche, Eiche oder Esche kann zu Entmischung und im Extremfall zum Ausfall ganzer Baumarten führen, was den klimaangepassten, naturnahen Waldumbau erheblich erschwert. Ein an die Lebensraumkapazität angepasster Bestand, der eine Verjüngung der Hauptbaumarten in der Regel ohne Zaun ermöglicht, gilt deshalb als Leitbild einer modernen, weidgerechten Rehwildbewirtschaftung.
Quellen
- Deutscher Jagdverband: Reh (Capreolus capreolus)
- Deutscher Jagdverband: Jagdstatistik für einzelne Wildarten
- Deutscher Jagdblog: Jagdarten auf Schalenwild, Ansitz, Pirsch, Drück- und Stöberjagd
- PIRSCH: Drückjagd auf Rehwild, Reizthema oder sinnvoll
- Schutzgemeinschaft Deutscher Wald: Wildverbiss
- FVA Baden-Württemberg: Praxis-Ratgeber Waldumbau und Jagd
- Parey Jagdausbildung: Wildtierkunde Schalenwild Rehwild
Weitere Unterarten von Rehwild
Jede Unterart hat ihren eigenen Saisonkalender.
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