Jagdzeit
Steinwild Oberösterreich
Steinwild (Capra ibex), der Alpensteinbock, zaehlt zum Schalenwild und gehoert zu den Hornträgern. Es ist die ausgepraegteste Hochgebirgs-Schalenwildart der Alpen, in der Schweiz und in Oesterreich streng reglementiert bejagbar, in Deutschland dagegen ganzjaehrig geschont und schutzbeduerftig.
— Heute geschont
Wann darf Steinwild in Oberösterreich bejagt werden?
Schusszeiten sind hervorgehoben. Geschonte Monate erscheinen als leere Reihen.
Genaue Daten
Für das aktuelle Jahr sind keine Schusszeiten hinterlegt.
Quelle: https://www.ooeljv.at/home/rund-um-die-jagd/gesetz-und-richtlinien/schuss-und-schonzeiten/
Über Steinwild
Steinwild bewohnt die offenen Fels- und Geroellregionen des Hochgebirges, ueberwiegend zwischen der oberen Waldgrenze und der Eis- und Schneegrenze, mit Hauptaufenthaltsbereichen oft zwischen rund zweitausend und dreitausendfuenfhundert Metern. Steile, sonnseitige Flanken mit kurzrasigen Alpinmatten, Schrofen, Felsbaendern und Rueckzugsklippen sind die Kernlebensraeume. Im Sommer haelt sich Steinwild bevorzugt in den hoechsten erreichbaren Lagen auf, im Winter weichen die Tiere auf schneearme, suedexponierte Steilhaenge aus, wo sie auch unter widrigen Bedingungen Aesung finden. Der robuste, breit gestellte Felshuf und die enorme Trittsicherheit machen Steinwild zum spezialisierten Bewohner schwierigster Felsstrukturen.
Die Sozialstruktur ist durch eine ausgepraegte Geschlechtertrennung waehrend des groessten Teils des Jahres gekennzeichnet. Geißen, Jaehrlinge und Kitze leben in stabilen Geißenrudeln, die je nach Lebensraum zwischen rund fuenf und zwanzig Stueck umfassen koennen. Boecke schließen sich getrennt davon zu Bockrudeln zusammen, die deutlich groesser werden koennen und in denen eine klare, ueber die Hoernermasse vermittelte Rangordnung herrscht. Erst zur Brunft im Dezember und in den ersten Januarwochen suchen die Boecke die Geißenrudel auf, danach trennen sich die Geschlechter wieder. Diese strikte Trennung praegt die jagdliche Ansprache und macht eine sehr sorgfaeltige Altersbestimmung am Hornschmuck, an den deutlich erkennbaren Jahresringen und am Koerperbau noetig.
Geschichtlich war das Steinwild zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts in den Alpen nahezu ausgerottet, vor allem durch Wilderei, durch den Aberglauben um vermeintliche Heilkraefte des Bezoars und einzelner Knochen sowie durch Trophaeenjagd. Nur wenige Tiere ueberlebten im heutigen italienischen Nationalpark Gran Paradiso. Auf diesen Restbestand gehen praktisch alle heutigen Alpenpopulationen zurueck. Ueber gezielte Wiederansiedlungen, beginnend in der Schweiz und in Oesterreich im fruehen zwanzigsten Jahrhundert und systematisch fortgesetzt bis in die juengere Vergangenheit, ist der Alpenbestand auf rund fuenfzigtausend Tiere angewachsen. Diese Rueckkehr gilt als eines der erfolgreichsten Wiederansiedlungsprojekte der europaeischen Wildtiergeschichte und wurde von Anfang an eng durch die Jaegerschaft mitgetragen.
In der jagdlichen Praxis ist Steinwild eine streng reglementierte, traditionsreiche Bockjagd des Hochgebirges. In der Schweiz wird der Bestand seit den siebziger Jahren ueber kantonale Abschussplaene gesteuert. In Oesterreich ist Steinwild in mehreren Bundeslaendern bejagbar, in denen sich nach Wiederansiedlung tragfaehige Populationen etabliert haben, ebenfalls ueber strenge Abschussplaene und Klasseneinteilung. In Deutschland gilt Steinwild zwar dem Jagdrecht unterliegend, ist aber ganzjaehrig geschont und nicht bejagbar. Der jagdliche Eingriff ist klassisch die anspruchsvolle Pirsch im Hochgebirge, oft ueber mehrere Tage, mit langer Beobachtung aus Deckung und sehr sorgfaeltiger Auswahl des Stueckes nach Alter und Klasse, um den Sozialaufbau und die genetische Substanz der Kolonie zu schuetzen. Steinwild ist damit nicht nur jagdliches Hoechstgut, sondern auch sinnbildlich fuer den Auftrag der Jaegerschaft, eine fast verlorene Art ueber Generationen wieder in den alpinen Lebensraum zurueckzufuehren.
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