Jagdzeit
Rabenvögel Vorarlberg
Rabenvögel (Corvidae) sind eine Familie der Sperlingsvögel und umfassen in der DACH-Region unter anderem Rabenkrähe, Nebelkrähe, Saatkrähe, Dohle, Elster, Eichelhäher, Tannenhäher und Kolkraben. Der jagd- und naturschutzrechtliche Status ist gemischt: Einige Arten dürfen nach Landesrecht in festen Jagdzeiten bejagt werden, andere wie der Kolkrabe unterliegen ganzjähriger Schonzeit, und alle Arten stehen zugleich unter dem allgemeinen Schutz der EU-Vogelschutzrichtlinie.
— Heute geschont
Wann darf Rabenvögel in Vorarlberg bejagt werden?
Schusszeiten sind hervorgehoben. Geschonte Monate erscheinen als leere Reihen.
Genaue Daten
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Über Rabenvögel
Die Familie der Rabenvögel umfasst weltweit rund 135 Arten. In der DACH-Region sind acht Arten relevant. Eichelhäher und Tannenhäher leben überwiegend in Wäldern, die Elster ist ein typischer Bewohner halboffener Kulturlandschaften und siedlungsnaher Bereiche. Die Dohle ist die kleinste Krähenart und brütet häufig in Kolonien an Felsen, alten Gebäuden und Kirchtürmen. Die Saatkrähe bildet ebenfalls Kolonien und ist vor allem in der offenen Feldflur zu finden. Die Aaskrähe gliedert sich in zwei Unterarten: die Rabenkrähe südwestlich der Elbe und die Nebelkrähe nordöstlich davon. Der Kolkrabe ist mit einer Größe vergleichbar einem Mäusebussard die größte heimische Singvogelart und besiedelt heute wieder Wälder, Mittelgebirge und Alpenraum.
Der Schutzstatus ist nicht einheitlich, und das ist für die jagdliche Praxis der entscheidende Punkt. Nach dem Bundesjagdgesetz zählt von den heimischen Rabenvögeln allein der Kolkrabe zu den jagdbaren Arten, er unterliegt jedoch ganzjähriger Schonzeit und darf damit faktisch nicht bejagt werden. Rabenkrähe, Nebelkrähe und Elster sind bundesrechtlich geschützt, viele Bundesländer haben jedoch über Landesjagdrecht beziehungsweise Verordnungen Jagdzeiten festgelegt, in der Regel im Zeitraum Spätsommer bis Winter. Eichelhäher und Saatkrähe haben in einzelnen Ländern ebenfalls Jagdzeiten, in anderen genießen sie ganzjährigen Schutz. Tannenhäher und Dohle sind im Regelfall nicht bejagbar. Übergreifend gilt die EU-Vogelschutzrichtlinie, daher müssen Eingriffe stets fachlich begründet und mit den landesrechtlichen Vorgaben vereinbar sein.
Rabenvögel zählen zu den intelligentesten Tieren überhaupt. Vergleichende Studien zeigen kognitive Leistungen auf dem Niveau von Menschenaffen, dazu gehören Werkzeuggebrauch, vorausschauendes Planen, ein gutes Langzeitgedächtnis sowie ausgeprägte soziale Fähigkeiten. Ökologisch erfüllen sie wichtige Aufgaben. Sie verwerten Aas, vertilgen große Mengen an Insekten, Schnecken und Mäusen und tragen über das Verstecken und Vergessen von Samen, allen voran Eicheln durch den Eichelhäher, aktiv zur Waldverjüngung bei. Konflikte gibt es vor allem in der Landwirtschaft bei Mais- und Wintersaaten sowie mit Geflügelhaltern und Imkern. Häufig wird Rabenvögeln zudem zugeschrieben, sie würden den Bestand von Singvögeln und Bodenbrütern wie Kiebitz oder Brachvogel gefährden. Wissenschaftliche Auswertungen widerlegen dies in der Breite: Die Hauptursachen für den Rückgang dieser Arten liegen im Lebensraumverlust durch intensive Landwirtschaft und nicht in der Prädation durch Rabenvögel. Für Jägerinnen und Jäger heißt das in der Praxis, jeweils das aktuelle Landesjagdrecht und die regionalen Jagdzeiten genau zu prüfen und die ökologische Rolle der Familie mitzudenken.
Quellen
- Wikipedia: Rabenvögel (Corvidae)
- DJV: Hintergrundpapier Rabenvögel und deren Bejagung
- NABU: Jagd auf Rabenvögel
- NABU NRW: Rabenvögel und Jagd
- NABU NRW: Der Kolkrabe (jagdbare Art mit ganzjähriger Schonzeit)
- NABU: Rabenvögel, Vorurteile und Fakten
- LBV: Mythen und Fakten rund um Elstern, Krähen und Raben
- Wildvogelhilfe: Rechtliche Situation rund um Rabenvögel
- scinexx: Raben sind so schlau wie Menschenaffen
- avi-fauna: Rabenvögel (Corvidae) in Deutschland
Weitere Tierarten in Vorarlberg
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