Jagdzeit
Sumpf- und Wasservögel Vorarlberg
Sumpf- und Wasservögel sind ein breiter Sammelbegriff für alle an Gewässer und Feuchtgebiete gebundenen Vogelarten. Dazu zählen Entenvögel mit Enten, Gänsen, Schwänen und Sägern (Anatidae), die Reiher (Ardeidae), die Rallen (Rallidae), die Schnepfenvögel (Scolopacidae) sowie die Möwen (Laridae). Der Schutz- und Jagdstatus ist innerhalb der Gruppe sehr gemischt, viele Arten sind ganzjährig geschont, einzelne Arten wie Stockente, Graugans oder Waldschnepfe haben in der DACH-Region klare Jagdzeiten.
— Heute geschont
Wann darf Sumpf- und Wasservögel in Vorarlberg bejagt werden?
Schusszeiten sind hervorgehoben. Geschonte Monate erscheinen als leere Reihen.
Genaue Daten
Für das aktuelle Jahr sind keine Schusszeiten hinterlegt.
Über Sumpf- und Wasservögel
Unter dem Oberbegriff Sumpf- und Wasservögel werden in der DACH-Region jene Vogelgruppen zusammengefasst, deren Lebensraum eng an Gewässer, Verlandungszonen, Schilf, Sümpfe, Moore, Auen und Feuchtgrünland gebunden ist. Den größten Block bilden die Entenvögel (Anatidae) mit den Schwimmenten wie Stockente, Krickente und Pfeifente, den Tauchenten wie Tafel- und Reiherente, den Meeresenten wie Eider-, Trauer- und Samtente, dazu die Säger als fischfressende Spezialisten sowie die Schwäne und die zahlreichen Gänsearten. Die Reiher (Ardeidae) sind mit Graureiher, Silberreiher und Rohrdommel an Ufern und Schilfgürteln vertreten. Die Rallen (Rallidae) leben überwiegend versteckt im Röhricht, dazu zählen Blässhuhn, Teichhuhn, Wasserralle und Tüpfelsumpfhuhn. Die Schnepfenvögel (Scolopacidae) umfassen eine sehr vielgestaltige Gruppe von Limikolen wie Bekassine, Großer Brachvogel, Waldschnepfe, Kampfläufer und Uferschnepfe. Die Möwen (Laridae) reichen von der Lachmöwe der Binnengewässer bis zu den großen Silber-, Herings- und Mantelmöwen der Küste.
Der Lebensraum reicht von kleinen Teichen, Bach- und Flussauen sowie Moorflächen im Binnenland bis zu den großen Seen, Stauseen und Flussmündungen. Eine herausragende Rolle spielt das Wattenmeer der Nordsee, das jährlich von zehn bis zwölf Millionen Wat- und Wasservögeln aufgesucht wird und als Drehscheibe des Ostatlantischen Zugwegs für Mauser, Rast und Überwinterung dient. Daneben bieten Bodensee, Donauauen, Neusiedler See, Müritz und zahlreiche Mittelgebirgsmoore wichtige Binnenlandlebensräume. Diese Vielfalt zwischen Wattenmeer und Binnenland erklärt die hohe Artenzahl der Gruppe und die starke ökologische Bedeutung von Feuchtgebieten, die zugleich durch die Ramsar-Konvention als Lebensraum für Wasser- und Watvögel von internationaler Bedeutung geschützt werden.
Jagdrechtlich ist die Gruppe sehr uneinheitlich. In Deutschland sind im Bundesjagdgesetz nicht nur einzelne Arten, sondern teils ganze Familien wie Enten, Gänse und Möwen als jagdbar gelistet, allerdings ist die überwiegende Mehrheit der Einzelarten durch Schonzeiten oder durch das Bundesnaturschutzgesetz vollständig geschützt. Klar jagdbar sind in den meisten Bundesländern Stockente, Graugans und Waldschnepfe, in einigen Ländern zusätzlich Kanada- und Nilgans als Neozoen, lokal auch Höckerschwan, Blässhuhn sowie einzelne Möwenarten. Reiher, Rallen außer Blässhuhn, die meisten Limikolen, Säger und alle streng geschützten Arten unterliegen einer ganzjährigen Schonzeit. Maßgeblich sind die EU-Vogelschutzrichtlinie mit ihren Anhängen und das Afrikanisch-Eurasische Wasservogelabkommen AEWA, die für viele Zugvogelarten verbindliche Schutzpflichten enthalten. Für Jägerinnen und Jäger heißt das, im Revier am Wasser besonders genau hinzusehen, sichere Ansprache zu üben und die landesspezifischen Jagdzeiten zu beachten, bevor ein Schuss fällt.
Quellen
- BMUKN: Übereinkommen über Feuchtgebiete (Ramsar)
- BMUKN: Jagd und Vogelschutz
- NABU NRW: Wasservögel und Jagd
- Komitee gegen den Vogelmord: Gesetzeslage in Deutschland
- Deutscher Jagdverband: Jagdbare Tierarten
- WWF: Artenvielfalt im Wattenmeer
- NABU: Vogelparadies Wattenmeer
- Vogel und Natur: Lebensraum Wattenmeer
- Wikipedia: Entenvögel (Anatidae)
- Wikipedia: Rallen (Rallidae)
Weitere Tierarten in Vorarlberg
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