Jagdzeit
Rostgans St. Gallen
Die Rostgans (Tadorna ferruginea) ist eine ursprünglich in Zentralasien, Nordafrika und Südosteuropa beheimatete Halbgans aus der Gattung Tadorna. Auffällig sind das leuchtend orangebraune Gefieder, der hell zimt- bis rahmfarbene Kopf sowie die im Flug deutlich sichtbaren weißen Vorderflügel. In Mitteleuropa gilt sie als Neozoon, dessen freilebende Bestände im Wesentlichen auf entflogene Vögel aus Gefangenschaftshaltung zurückgehen.
— Heute geschont
Wann darf Rostgans in St. Gallen bejagt werden?
Schusszeiten sind hervorgehoben. Geschonte Monate erscheinen als leere Reihen.
Genaue Daten
- 2025-01-01 → 2025-12-31
Quelle: Kanton St. Gallen, Amt für Natur, Jagd und Fischerei
Über Rostgans
Die Rostgans gehört zu den Halbgänsen, einer Gruppe innerhalb der Entenvögel, die im Aussehen und Verhalten Eigenschaften von Gänsen und Enten vereint. Sieben Arten werden der Gattung Tadorna zugeordnet, darunter auch die heimische Brandgans. Historische Quellen belegen, dass die Rostgans bis ins späte Mittelalter in Mitteleuropa als Brutvogel vorkam und vermutlich im Verlauf der Kleinen Eiszeit aus dem Brutareal verschwand. Seit den 1960er Jahren brütet sie wieder regelmäßig in Deutschland. Die Wiederbesiedlung geht im Wesentlichen auf Tiere zurück, die aus Parks, Zoos und privaten Haltungen entflogen sind. Ende der 1970er Jahre wanderten Rostgänse von der Schweiz nach Baden-Württemberg ein, besiedelten zunächst den Bodensee und ab Ende der 1980er Jahre den Hochrhein. Heute liegen die Verbreitungsschwerpunkte in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern, in einzelnen Regionen hat sich der Bestand binnen zehn Jahren mehrfach erhöht.
Die ursprünglich in Felsspalten und an Steilufern brütende Art ist ausgesprochen anpassungsfähig. In Mitteleuropa nutzt sie neben offenen Landschaften mit Seen, Flüssen und Feuchtgebieten auch gewässerreiche Parkanlagen und Siedlungsränder. Häufig werden für andere Höhlenbrüter wie Schleiereule oder Turmfalke angebrachte Nisthilfen besetzt, ebenso Dachböden, Gebäudenischen und Baumhöhlen. Während der Brutzeit verhält sich die Rostgans stark territorial. Brutpaare verteidigen ihr Revier energisch gegen Artgenossen und andere Wasservögel und können dabei einheimische Höhlenbrüter und Entenarten verdrängen. Studien am Bodensee und Hochrhein weisen auf negative Auswirkungen auf konkurrierende Arten hin, etwa durch die Besetzung von Brutplätzen und Aggressionen gegenüber führenden Enten. Außerhalb der Brutzeit bilden sich oft Mauser- und Schlafgemeinschaften an größeren Gewässern, in denen mehrere hundert Tiere zusammenkommen können.
Der Bejagungs- und Schutzstatus der Rostgans ist innerhalb der DACH-Region uneinheitlich und wird in den vergangenen Jahren in mehreren Ländern angepasst. In Deutschland unterliegt sie nach Bundesjagdgesetz dem Jagdrecht, ist bundesweit jedoch traditionell ganzjährig geschont. In einzelnen Bundesländern wurden hiervon Ausnahmen geschaffen oder vorbereitet, in Bayern wurde erstmals eine reguläre Jagdzeit eingeführt, in Baden-Württemberg bestehen seit längerem landesspezifische Regelungen zum Umgang mit der Art. In der Schweiz ist die Rostgans nach dem Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel grundsätzlich geschützt, gleichzeitig sind die Kantone verpflichtet, gebietsfremde Arten an einer weiteren Ausbreitung zu hindern, sodass im Rahmen kantonaler Programme gezielt eingegriffen werden kann. Hinweise zur jeweils gültigen Regelung finden Sie in der zuständigen Landes- oder Kantonsverordnung.
Quellen
- Rostgans (Tadorna ferruginea) – Tiersteckbrief, Deutscher Jagdverband
- Rostgans (Tadorna ferruginea) – Verbreitung, Biologie und Status in Deutschland – avi-fauna.info
- Rostgans – Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV)
- Vogelporträt: Rostgans – NABU
- Rostgans – Wikipedia
- Rostgans (Tadorna ferruginea) – Neobiota in NRW, LANUV
- Rostgans – Wildtierportal Baden-Württemberg
- Bestandsdynamik, Verbreitung und Brutbiologie der Rostgans an Bodensee und Hochrhein – Ornithologische Gesellschaft Baden-Württemberg
- Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz, JSG) – Fedlex
- Auf dem Vormarsch: gebietsfremde Vogelarten – Schweizerische Vogelwarte Sempach
- Nil- und Rostgans: Bayern geht neue Wege bei der Jagd – PIRSCH
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