Jagdzeit
Ganzjährig geschützt ausser Stock-, Krick, Tafel- und Reiherente St. Gallen
Unter dem Begriff Wildenten fassen Jägerinnen und Jäger die heimischen Schwimm- und Tauchenten zusammen, also vor allem Anatinae-Vertreter wie Stockente, Krickente, Pfeifente, Schnatterente, Reiherente, Tafelente und Bergente. Die beiden Untergruppen lassen sich gut über das Verhalten am Wasser unterscheiden: Schwimmenten gründeln mit Kopf und Hals an der Oberfläche, Tauchenten tauchen mit dem ganzen Körper auf der Suche nach Nahrung ab.
— Heute geschont
Wann darf Ganzjährig geschützt ausser Stock-, Krick, Tafel- und Reiherente in St. Gallen bejagt werden?
Schusszeiten sind hervorgehoben. Geschonte Monate erscheinen als leere Reihen.
Genaue Daten
- 2025-09-01 → 2026-01-31
Quelle: Kanton St. Gallen, Amt für Natur, Jagd und Fischerei
Über Wildenten
Die Wildenten umfassen in Mitteleuropa eine artenreiche Gruppe innerhalb der Familie der Entenvögel, die jagdlich traditionell in Schwimmenten und Tauchenten gegliedert wird. Schwimmenten, auch Gründelenten genannt, liegen vergleichsweise hoch im Wasser und können nahezu senkrecht aufsteigen. Tauchenten liegen tiefer und nehmen vor dem Abflug Anlauf über die Wasseroberfläche. Beide Gruppen weisen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf, der besonders im Prachtkleid der Erpel deutlich wird, während die Enten in tarnfarbenem Schlichtkleid bleiben.
Die häufigste und für die Praxis wichtigste Art ist die Stockente (Anas platyrhynchos). Der Erpel trägt im Prachtkleid einen glänzend grünen Kopf, ein weißes Halsband, eine braune Brust und einen gelben Schnabel, die Ente ist unauffällig braun gemustert. Stockenten erreichen rund ein bis eineinviertel Kilogramm und besiedeln nahezu alle Gewässertypen, von großen Voralpenseen über Flüsse und Wassergräben bis zu städtischen Parkteichen. Die Krickente ist mit deutlich kleinerer Körpergröße die kleinste europäische Ente und bevorzugt flache, vegetationsreiche Feuchtgebiete, Sümpfe und kleine Stillgewässer. Die Pfeifente fällt durch den rostbraunen Kopf mit gelblicher Stirn und die rosafarbene Brust des Erpels auf und brütet überwiegend in den Sumpfgebieten der nördlichen Taiga. Die Schnatterente ähnelt in der Größe der Stockente, wirkt aber graubraun und unauffälliger gefärbt. Bei den Tauchenten dominieren in Mitteleuropa die Reiherente mit kontrastreichem schwarz-weißen Gefieder und kleinem Federschopf am Hinterkopf sowie die Tafelente mit rotbraunem Kopf, schwarzer Brust und grauem Rumpf des Erpels. Die Bergente ist der Reiherente im Erscheinungsbild ähnlich, zeigt jedoch einen helleren Rücken und keinen Schopf.
Der Lebensraum aller Wildenten ist eng an Gewässer gebunden, doch mit unterschiedlichen Vorlieben. Schwimmenten nutzen flache, krautreiche Stillgewässer, Auen, Altarme und langsam fließende Flüsse mit dichter Ufervegetation aus Schilf, Seggen und überhängenden Gehölzen. Tauchenten benötigen größere und tiefere Wasserflächen, etwa Binnenseen, Talsperren und Baggerseen, weil sie ihre Nahrung tauchend aus tieferen Zonen holen. Im Winter sammeln sich viele Arten in größeren Trupps auf eisfreien Seen, an Flussstauen oder, bei einigen Tauchenten, auch an Küstengewässern.
Die klassischen Methoden der Wildentenjagd sind eng auf das Verhalten der Vögel zugeschnitten. Die wichtigste Form ist der Entenstrich, eine Variante der Flugjagd in der Dämmerung: Die Jägerin oder der Jäger postiert sich gedeckt am Ufer zwischen Ruhe- und Äsungsgewässer und nutzt aus, dass Enten in der Morgen- oder Abenddämmerung verlässlich zwischen diesen Plätzen pendeln. Beschuss erfolgt mit Schrot aus glatten Läufen, wobei wegen des Gewässerschutzes bleifreie Schrote vorgeschrieben oder dringend zu bevorzugen sind. Daneben hat die Ansitzjagd am Kleingewässer Bedeutung, häufig in Verbindung mit Kirrungen, die regelmäßig beschickt werden, um Enten an verlässliche Plätze zu binden. Bewegungsjagden in Form von Drück- oder Treibjagden auf Wasserflächen werden vor allem an größeren Gewässern mit mehreren Schützen organisiert. In allen Fällen ist ein zuverlässig apportierender Jagdhund, klassisch ein Stöberhund oder ein Retriever, unverzichtbar, da Enten häufig in dichte Ufervegetation oder offenes Wasser fallen.
Für die Hege der Wildenten gelten einige Hauptgrundsätze, die sich aus der engen Bindung an das Gewässer ergeben. Zentral ist der Erhalt und die Entwicklung strukturreicher Ufer mit Röhrichten, Seggenbeständen und standortgerechten Gehölzen wie Erle, Weide und Eiche, weil diese Strukturen Brut- und Deckungsmöglichkeiten bieten. Ergänzend können künstliche Nisthilfen, etwa schwimmende Nistinseln oder Brutkörbe, angeboten werden, um Verluste durch Hochwasser und Bodenprädatoren zu verringern. Eine angepasste Prädatorenbejagung, insbesondere von Fuchs, Marderartigen und freilaufenden Hunden, verbessert den Bruterfolg deutlich. Da bei der Stockente regelmäßig ein Erpelüberschuss auftritt, gehört eine bewusste, etwas stärkere Bejagung der Erpel zu den anerkannten Hegegrundsätzen, um das Geschlechterverhältnis auszugleichen und Mehrfachverpaarungen zu vermeiden. Eine maßvolle Bejagung, die Brutzeit konsequent achtet, die Verwendung bleifreier Schrote und der Verzicht auf nächtlichen Druck auf Schlafgewässer runden den Katalog ab.
Quellen
- Schwimmenten und Tauchenten – Grundwissen für die Jägerprüfung | jaegersprache.de
- Enten Steckbrief | Schwimm-, Tauch-, Meer- und Halbenten als Übersicht | auf-jagd.de
- Stockente (Anas platyrhynchos) | Deutscher Jagdverband
- Die Krickente | NABU NRW
- Die Reiherente | NABU NRW
- Entenjagd: So können Sie mit gutem Gewissen am Entenstrich jagen | PIRSCH
- So klappt die richtige Entenhege: Warum man Erpel reduzieren muss | PIRSCH
- Entenjagd – 7 Tipps und Tricks, Gesetze und Equipment | Jagdjünger
Weitere Tierarten in St. Gallen
Wählen Sie eine andere Tierart, die in dieser Region bejagt wird.
Quelle & Haftungsausschluss
Alle Angaben ohne Gewähr. Schuss- und Schonzeiten stammen aus den offiziellen Quellen der Landesjagdverbände. Wenn Sie einen Fehler entdecken, schreiben Sie uns gerne an info@hunterco.de.