Jagdzeit
Nandu Mecklenburg-Vorpommern
Der Nandu (Rhea americana) ist ein flugunfähiger südamerikanischer Laufvogel, der eine Schulterhöhe von rund 1,50 Metern und ein Gewicht von bis zu etwa 40 Kilogramm erreicht. Sein graubraunes, locker wirkendes Federkleid und die langen, kräftigen Beine machen ihn unverwechselbar. In Deutschland gilt der Nandu als Neozoon. Wenige Tiere entkamen um die Jahrtausendwende aus einer Gehegehaltung im Norden des Landes und begründeten dort die einzige etablierte Freilandpopulation Europas. Die Art zählt damit zu den jüngsten flugunfähigen Großvögeln in der mitteleuropäischen Tierwelt.
● Heute Schusszeit
Wann darf Nandu in Mecklenburg-Vorpommern bejagt werden?
Schusszeiten sind hervorgehoben. Geschonte Monate erscheinen als leere Reihen.
Genaue Daten
Hähne (ab dem Alter von 2 Jahren)
- 2024-11-01 → 2025-03-31
- 2025-11-01 → 2026-03-31
Quelle: https://www.ljv-mecklenburg-vorpommern.de/Service/Jagd-und-Schonzeiten/
Hennen (ab dem Alter von 2 Jahre )
- 2024-11-01 → 2025-03-31
- 2025-11-01 → 2026-03-31
Quelle: https://www.ljv-mecklenburg-vorpommern.de/Service/Jagd-und-Schonzeiten/
Küken
- 2023-01-01 → 2023-12-31
- 2025-01-01 → 2026-12-31
Quelle: https://www.ljv-mecklenburg-vorpommern.de/Service/Jagd-und-Schonzeiten/
Jährlinge
- 2023-01-01 → 2023-12-31
- 2025-01-01 → 2025-12-31
Quelle: https://www.ljv-mecklenburg-vorpommern.de/Service/Jagd-und-Schonzeiten/
Über Nandu
Heimisch ist der Nandu in den offenen Graslandschaften Südamerikas, insbesondere in Pampas, Cerrado und Camposgebieten. In Deutschland hat er einen erstaunlich ähnlichen Lebensraum gefunden, denn die norddeutsche Kulturlandschaft mit Wiesen, Weiden, Raps- und Getreideschlägen, Brachen und kleinen Feldgehölzen bietet ihm Deckung, Nahrung und Brutplätze. Als opportunistischer Allesfresser nutzt er ein breites Spektrum aus Gräsern, Kräutern, Blättern, Samen, Früchten, Wurzeln, Insekten und gelegentlich kleinen Wirbeltieren. Diese Anpassungsfähigkeit erklärt, warum sich die Art außerhalb ihres ursprünglichen Klimaraums halten konnte.
Die Geschichte der deutschen Nandus beginnt um die Jahrtausendwende. Mehrere Vögel entwichen aus einem privaten Gehege im Norden Deutschlands. Statt einzugehen, überstanden sie den ersten Winter, begannen zu brüten und etablierten eine sich selbst tragende Population. Diese ist heute die einzige frei lebende Nandu-Population in Europa. Im Sommer halten die Hennen Gelege mit zahlreichen Eiern, die der Hahn allein bebrütet und führt. Diese Brutstrategie und das Fehlen größerer natürlicher Fressfeinde haben in milden Jahren zu einem stetigen Anwachsen der Bestände geführt.
Mit der Ausbreitung kamen Konflikte mit der Landwirtschaft. Nandus äsen gerne auf Raps- und Getreideschlägen und können bei großen Trupps wirtschaftlich spürbare Schäden verursachen. Aus diesem Grund wurde die Art nach jagdrechtlicher Aufnahme in einigen Bundesländern dem Jagdrecht unterstellt und ist seitdem Gegenstand einer aktiven Bestandsregulierung. Diese stützt sich auf zwei Säulen, eine waidgerechte Bejagung in festgelegten Jagdzeiten und ein wissenschaftlich begleitetes Gelegemanagement, bei dem Eier in den Brutplätzen unfruchtbar gemacht werden. Hinzu kommen regelmäßige Frühjahrs- und Herbstzählungen einer eigens eingerichteten Monitoring-Arbeitsgruppe, die belastbare Zahlen für das weitere Management liefert.
Ökologisch wird der Nandu in Deutschland kontrovers diskutiert. Das Bundesamt für Naturschutz führt die Art derzeit nicht als invasiv, da ein nachweisbar negativer Einfluss auf heimische Arten bisher nicht eindeutig belegt ist. Sie steht jedoch auf der sogenannten Grauen Liste der Neobiota, was eine besonders sorgfältige Beobachtung bedeutet, damit Managemententscheidungen auf wissenschaftlicher Grundlage getroffen werden können. Befürworter einer konsequenten Reduktion verweisen auf Schäden in der Landwirtschaft und das Vorsorgeprinzip, weil sich invasive Effekte oft erst nach Jahrzehnten zeigen. Naturschützer und Teile der lokalen Bevölkerung argumentieren hingegen, dass die Tiere inzwischen ein touristisches und kulturelles Merkmal der Region geworden sind. Für Sie als Jägerin oder Jäger ist der Nandu damit ein lehrreiches Beispiel dafür, wie Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz bei einer neu zugewanderten Art zusammenwirken müssen.
Quellen
- Nandu — Wikipedia (Deutsch)
- Greater rhea — Wikipedia (English)
- Großer Nandu (Rhea americana): Steckbrief, Verbreitung — avi-fauna.info
- Muntjak, Känguruh und Nandu — Neozoen in Deutschland (Natur- und Jagdschule Edelweiss)
- Nandu-Herbstzählung ausgewertet — Natürlich Jagd
- Nandu-Herbstzählung ausgewertet — UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee
- Neobiota — Bundesamt für Naturschutz (BfN)
- Inside Germany's Giant, Hungry, Flightless-Bird Problem — Audubon Magazine
- Nandus in Deutschland — hier können Sie wildlebende Straußenvögel sehen (petbook)
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