Jagdzeit
Wisent Rheinland-Pfalz
Der Wisent (Bison bonasus) ist seit der Ausrottung des Auerochsen das größte und schwerste Landsäugetier Europas. Bullen erreichen eine Schulterhöhe von bis zu zwei Metern und ein Gewicht von bis zu rund 900 Kilogramm, Kühe bleiben deutlich kleiner. Kennzeichnend sind der wuchtige, dreieckig wirkende Kopf, die kurzen, nach vorn gerichteten Hörner sowie die zottelige Mähne an Hals, Brust und Vorderkörper. Der Wisent ist in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie geführt und damit eine streng geschützte Art. In Deutschland gilt er nach Bundesnaturschutzgesetz als streng geschützt und unterliegt einer ganzjährigen Schonzeit, eine reguläre Bejagung findet nicht statt.
— Heute geschont
Wann darf Wisent in Rheinland-Pfalz bejagt werden?
Schusszeiten sind hervorgehoben. Geschonte Monate erscheinen als leere Reihen.
Genaue Daten
Für das aktuelle Jahr sind keine Schusszeiten hinterlegt.
Über Wisent
Der Wisent ist eines der bekanntesten Beispiele dafür, wie nah eine große Säugetierart Europas an der vollständigen Ausrottung stand. Im frühen 20. Jahrhundert wurde der letzte freilebende Flachlandwisent im polnischen Białowieża-Urwald erlegt, wenige Jahre später fiel auch der letzte Kaukasus-Wisent. Die gesamte heute lebende Population geht auf eine sehr kleine Zahl an Tieren zurück, die zu dieser Zeit in zoologischen Gärten und Privathaltungen überlebten. Auf dieser schmalen genetischen Basis wurde ab den späten 1920er-Jahren in Białowieża ein internationales Zuchtbuch und Wiederansiedlungsprogramm aufgebaut, mit ersten Auswilderungen ab den 1950er-Jahren. Heute leben wieder mehrere tausend Wisente in freier Wildbahn, vor allem in Polen, Belarus, dem Baltikum, Rumänien und Russland; die IUCN hat den Status zuletzt von gefährdet auf potenziell gefährdet (Near Threatened) heraufgesetzt.
Im DACH-Raum spielt der Wisent keine flächige Rolle, sondern ist auf einzelne Wiederansiedlungs- und Versuchsprojekte beschränkt. Am bekanntesten ist das Projekt im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen, bei dem ab 2013 eine kleine Herde freigesetzt wurde. Das Vorhaben hat über viele Jahre wertvolle wissenschaftliche Daten geliefert, zugleich aber zu Konflikten mit privaten Waldbesitzern wegen Schälschäden an Buchen geführt; eine höchstrichterliche Entscheidung hat die Duldungspflicht eingeschränkt, der ursprüngliche Projektträger hat die Vereinbarung mit dem Land beendet. In der Schweiz wird im Solothurner Jura über das Projekt Wisent Thal eine kontrolliert geführte Versuchsherde in einem mehrstufigen, eingezäunten Gelände gehalten, um zu prüfen, ob freilebende Wisente in der dortigen Landschaft langfristig tragbar wären. In Österreich gibt es vergleichbare freilebende Bestände nicht.
Für Jägerinnen und Jäger im DACH-Raum ist eine Begegnung mit dem Wisent in der Praxis sehr unwahrscheinlich und auf das unmittelbare Umfeld dieser wenigen Projektgebiete beschränkt. Wesentlich ist der rechtliche Rahmen: Der Wisent ist nach den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie streng geschützt, eine Bejagung ist nicht zulässig, und auch die Lebensstätten sind besonders geschützt. Sollten Sie im Revier Spuren, Trittsiegel, Losung oder ein Tier selbst beobachten, ist die Beobachtung an die zuständige Untere Naturschutzbehörde sowie an die betreuende Projektgruppe zu melden. Damit leisten Sie einen unmittelbaren Beitrag zum Monitoring einer streng geschützten Art, deren langfristige Etablierung in Mitteleuropa wissenschaftlich noch offen ist.
Quellen
- Bison bonasus, Artenportrait, Bundesamt für Naturschutz (BfN)
- European bison, Wikipedia
- European bison recovering, IUCN Red List update
- Am Wisent im Rothaargebirge zeigen sich die Grenzen des Artenschutzes in Deutschland, Deutsche Wildtier Stiftung
- Wisente im Rothaargebirge, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (ITAW)
- Projekt Wisent Thal, Solothurner Jura
- Artenschutz in der FFH-Richtlinie, Bundesamt für Naturschutz (BfN)
- Wisent (Bison bonasus), Deutschlands Natur
- Wisent (Europäisches Bison) im Artenlexikon, WWF Deutschland
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