Lot

Jagdzeit

Waschbär Lot

Der Waschbär (Procyon lotor) ist ein nordamerikanischer Kleinbär aus der Familie der Procyonidae mit einer Kopf-Rumpf-Länge von rund 40 bis 70 Zentimetern, einem Gewicht von etwa 5 bis 9 Kilogramm, dichtem grau-braunem Fell, der charakteristischen schwarzen Gesichtsmaske und dem schwarz geringelten Schwanz. Als nachtaktiver Allesfresser besiedelt er Wälder ebenso wie Parks, Gärten und Innenstädte. In Deutschland gilt der Waschbär als invasives Neozoon und steht seit 2016 auf der Unionsliste invasiver Arten gemäß EU-Verordnung 1143/2014. Er ist in nahezu allen Bundesländern ganzjährig jagdbar, vorbehaltlich des Elternschutzes nach Bundesjagdgesetz.

Heute geschont

Wann darf Waschbär in Lot bejagt werden?

Schusszeiten sind hervorgehoben. Geschonte Monate erscheinen als leere Reihen.

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Genaue Daten

  • toute chasse autorisée

    • 2023-09-102024-02-29

    Chasse en temps de neige interdite.

Über Waschbär

Der Waschbär (Procyon lotor) stammt ursprünglich aus Nordamerika und gehört zur Familie der Kleinbären (Procyonidae). Seine Geschichte als Neozoon in Mitteleuropa beginnt nachweislich am 12. April 1934, als am hessischen Edersee vier Tiere aus einer Pelztierfarm bei Wolfhagen ausgesetzt wurden, um die heimische Fauna zu bereichern. Ein zweiter Verbreitungsschwerpunkt geht auf entflohene Tiere einer Pelztierfarm nördlich von Berlin im Jahr 1945 zurück. Aus diesen Ausgangspunkten hat sich die Art seither über weite Teile Deutschlands ausgebreitet und zählt heute zu den erfolgreichsten Neozoen Europas. Seit dem 3. August 2016 fällt der Waschbär unter den Geltungsbereich der EU-Verordnung 1143/2014 über invasive gebietsfremde Arten von unionsweiter Bedeutung. Auch das EU-Projekt DAISIE führt ihn unter den 100 schlimmsten invasiven Arten Europas.

Als ausgesprochener Lebensraumgeneralist bewohnt der Waschbär bevorzugt strukturreiche Laub- und Mischwälder mit altem Baumbestand in Gewässernähe, wo er den Tag in Baumhöhlen, Felsspalten sowie alten Fuchs- und Dachsbauten verbringt. Zugleich hat er sich als Kulturfolger an urbane Räume angepasst und nutzt dort Dachböden, leerstehende Gebäude, Garagen und Gartenhäuser als Tagesverstecke. In Wäldern liegen die Streifgebiete zwischen 40 und 80 Hektar, in der Stadt genügen oft 1 bis 10 Hektar, da Komposthaufen, Mülltonnen und Fallobst ein ganzjährig verlässliches Nahrungsangebot bieten. Der Waschbär ist dämmerungs- und nachtaktiv und hält in kalten Wintern Winterruhe, jedoch keinen echten Winterschlaf.

Die ökologischen Folgen seiner Ausbreitung werden in Wissenschaft und Praxis zunehmend ernster bewertet. Als geschickter Kletterer mit feiner Nase erreicht der Waschbär Gelege, die für andere Beutegreifer schwer zugänglich sind. Untersuchungen zeigen Auswirkungen auf Bodenbrüter wie Kiebitz, Rebhuhn, Bekassine, Wachtelkönig und Braunkehlchen, auf Höhlenbrüter wie Hohltaube, Schellente und Sperlingskauz sowie auf baumbrütende Arten wie Rotmilan, Schwarzstorch und Wespenbussard. Selbst Felsbrüter wie Uhu und Wanderfalke stehen auf dem Speiseplan. Auch Amphibien wie der Laubfrosch und Reptilien wie die Europäische Sumpfschildkröte zählen zum Beutespektrum. Im Harz wurden massive Verluste an Gelegen, Jung- und Altvögeln einzelner Höhlenbrüterarten parallel zur Ausbreitung des Waschbären dokumentiert.

Die Bejagung des Waschbären zählt damit zu den Kernaufgaben des praktischen Artenschutzes. In der Praxis hat sich die Fallenjagd als wirksamste Methode etabliert, rund 75 Prozent der Strecke werden über Kastenfallen mit Lebendfang erzielt. Köder wie Trockenfrüchte, Nüsse oder Obst nutzen die ausgeprägte Vorliebe der Art für Süßes. Daneben gehört die Ansitzjagd an Kirrungen, Gewässerrändern und Wechseln zu den klassischen Methoden, häufig in der Dämmerung oder mit Nachtsichttechnik, soweit landesrechtlich zugelassen. Die Bauenjagd mit geprüften Erdhunden kommt zum Einsatz, wenn Waschbären unterirdische Baue, etwa verlassene Fuchs- oder Dachsbaue, beziehen. Trotz steigender Jagdstrecken zeigt sich, dass die derzeitige Bejagungsintensität die Bestandszunahme nicht aufhalten kann.

Aus jagdhygienischer Sicht ist der Waschbär als potenzieller Träger von Zoonosen zu beachten. Besondere Bedeutung hat der Waschbärspulwurm (Baylisascaris procyonis), der im Dünndarm der Tiere parasitiert. Ein einzelner Waschbär scheidet mit jedem Gramm Kot 20.000 bis 26.000 Eier aus, die in der Umwelt jahrelang infektionsfähig bleiben. Eine Übertragung auf den Menschen ist selten, weltweit wurden bis 2021 nur rund 50 klinische Fälle der Baylisascariasis registriert, kann aber zu schweren neurologischen Schäden führen. Hinzu kommen Staupe und Tollwut als weitere relevante Erreger. Daher sollten Sie beim Aufbrechen und beim Umgang mit Fallen stets Einweghandschuhe tragen, Hände gründlich reinigen und Hunde regelmäßig entwurmen lassen.

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