Jagdzeit
Trappen Niederösterreich
Trappen, in Mitteleuropa vertreten durch Großtrappe (Otis tarda) und die einst heimische Zwergtrappe (Tetrax tetrax), sind die schwersten flugfähigen Vögel Europas und Charaktervögel weiter, offener Kulturlandschaften. Beide Arten stehen unter strengem Schutz: Sie sind in Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie geführt und werden in der deutschen Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Eine reguläre Bejagung findet nicht statt. Die Großtrappe ist zwar weiterhin im Katalog jagdbarer Arten aufgeführt, jedoch mit ganzjähriger Schonzeit, woraus für die Jägerschaft eine Hegeverpflichtung erwächst. Die Zwergtrappe gilt in Mitteleuropa seit dem frühen 20. Jahrhundert als ausgestorben und tritt nur noch als sehr seltener Irrgast auf.
— Heute geschont
Wann darf Trappen in Niederösterreich bejagt werden?
Schusszeiten sind hervorgehoben. Geschonte Monate erscheinen als leere Reihen.
Genaue Daten
Für das aktuelle Jahr sind keine Schusszeiten hinterlegt.
Quelle: https://www.noejagdverband.at/wp-content/uploads/Schuszzeiten-NOE-2024-1.pdf
Über Trappen
Trappen besiedeln ursprünglich offene Steppen, weite Wiesen- und Feldfluren mit guter Übersicht, geringer vertikaler Strukturierung und wenig menschlicher Infrastruktur. In Deutschland sind die letzten verbliebenen Großtrappen-Vorkommen an drei Kerngebiete in Brandenburg und Sachsen-Anhalt gebunden: das Havelländische Luch, die Belziger Landschaftswiesen und das grenzübergreifende Fiener Bruch. Diese Niederungen bieten weiträumiges Grünland, extensiv genutzte Ackerflächen und störungsarme Balz- und Brutbereiche. Die Zwergtrappe war historisch ebenfalls in Mitteleuropa, unter anderem in Teilen Deutschlands, Österreichs, Tschechiens und Ungarns, verbreitet, wurde aber durch Intensivierung der Landwirtschaft und Lebensraumverlust verdrängt. Heute liegen die nächstgelegenen Brutgebiete auf der Iberischen Halbinsel und in Frankreich, wo rund 90 Prozent des europäischen Bestands leben. Die Bestandssituation der Großtrappe in Deutschland ist nach jahrzehntelangem Tiefpunkt vorsichtig positiv: 1997 wurde mit nur 57 Tieren der historische Tiefstand erreicht, durch konsequente Schutzarbeit konnte die Population in den letzten Jahren wieder deutlich aufgebaut werden. Träger der Schutzarbeit ist der Förderverein Großtrappenschutz e. V. mit Sitz in Buckow bei Nennhausen, der gemeinsam mit der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg, Land- und Forstwirten, Jagdausübungsberechtigten und Behörden in Brandenburg und Sachsen-Anhalt arbeitet. Zu den zentralen Schutzmaßnahmen zählen die Anlage trappengerechter, extensiv bewirtschafteter Flächen mit Brachen, Luzerne- und Blühstreifen, prädatorensichere Schutzzäune um Brutgebiete, Prädationsmanagement, die Aufzucht von Jungvögeln in der Aufzuchtstation der Vogelschutzwarte sowie Wiederauswilderungen. Auch die Bündelung von Freileitungen und Markierung von Stromtrassen, die Reduzierung von Störungen während der Balz- und Brutzeit und die Vernetzung der Verbreitungsgebiete zwischen Havelländischem Luch, Belziger Landschaftswiesen und Fiener Bruch sind Bestandteil des langfristig angelegten Programms. Die Schutzarbeit ist Teil des Nationalen Artenschutzprogramms des Bundes und wird ergänzt durch internationale Verpflichtungen aus dem Memorandum of Understanding zum Schutz der mitteleuropäischen Großtrappenpopulation unter der Bonner Konvention. Für Jägerinnen und Jäger in Trappengebieten heißt das in der Praxis: Verzicht auf jede Form der Bejagung, Mitwirkung am Prädationsmanagement nach Absprache mit den Projektträgern, sorgsame Revierarbeit mit Rücksicht auf Brut- und Aufzuchtphasen sowie aktive Beteiligung an Lebensraumverbesserungen wie der Anlage von Brachen und Saumstrukturen.
Quellen
- BMUKN — MoU zum Schutz der Großtrappe (Otis tarda)
- Landesamt für Umwelt Brandenburg — Großtrappe, Schutzstrategien und Schutzstatus
- Natura 2000 Sachsen-Anhalt — Großtrappe (Otis tarda), Schutzstatus und Bestand
- MLEUV Land Brandenburg — Fördermittel Großtrappenschutz
- Förderverein Großtrappenschutz e. V. — Projekt Großtrappenschutz im Fiener Bruch
- Bundesamt für Naturschutz — Havelländisches Luch (ABA-Gebiet)
- Bundesamt für Naturschutz — Belziger Landschaftswiesen (ABA-Gebiet)
- Deutscher Jagdverband — Das Überleben der Großtrappe steht auf dem Spiel (ganzjährige Schonzeit, Hegeverpflichtung)
- Zwergtrappe (Tetrax tetrax) — Verbreitung, Bestand und Status in Mitteleuropa
- Dachverband Deutscher Avifaunisten — Zwergtrappe in Deutschland
Weitere Tierarten in Niederösterreich
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