Oberösterreich

Jagdzeit

Nerz Oberösterreich

Unter dem Begriff Nerz werden in Mitteleuropa zwei jagdlich völlig unterschiedlich zu behandelnde Arten zusammengefasst: der heimische Europäische Nerz (Mustela lutreola), der in Deutschland als ausgestorben gilt, europaweit streng geschützt ist und keinesfalls bejagt werden darf, sowie der aus Pelzfarmen entwichene Amerikanische Nerz oder Mink (Neogale vison), der als invasives Neozoon eingestuft und in den meisten Bundesländern bejagt wird.

Heute geschont

Wann darf Nerz in Oberösterreich bejagt werden?

Schusszeiten sind hervorgehoben. Geschonte Monate erscheinen als leere Reihen.

Januar
Geschont
Februar
Geschont
März
Geschont
April
Geschont
Mai
Geschont
Juni
Geschont
Juli
Geschont
August
Geschont
September
Geschont
Oktober
Geschont
November
Geschont
Dezember
Geschont

Genaue Daten

    • 2024-01-012024-12-31
    • 2023-01-012023-12-31

    Quelle: Oberösterreichischer Landesjagdverband

Über Nerz

Der Europäische Nerz ist ein kleiner, schlanker Marder von dunkelbrauner, fast schwarzer Färbung. Sein eindeutigstes Erkennungsmerkmal ist die weiße Färbung sowohl an der Ober- als auch an der Unterlippe. Er gilt als eines der am stärksten bedrohten Säugetiere Europas, wird von der IUCN als vom Aussterben bedroht geführt und ist in den Anhängen II und IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sowie nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt. In Deutschland gilt die Art seit dem frühen 20. Jahrhundert als ausgestorben, vereinzelte Wiederansiedlungsprojekte laufen in einigen Bundesländern. Ursachen für den Rückgang sind die historische Bejagung wegen des Pelzes, die Zerstörung gewässernaher Lebensräume sowie die Verdrängung durch den eingeschleppten Amerikanischen Nerz. Eine Bejagung ist ausgeschlossen, jeder Verdachtsfund ist der zuständigen Naturschutzbehörde zu melden.

Der Amerikanische Nerz, in der jagdlichen Praxis meist nur Mink genannt, stammt ursprünglich aus Nordamerika und gelangte über die europäischen Pelzfarmen nach Mitteleuropa. Aus entwichenen oder freigelassenen Farmtieren bildeten sich freilebende Bestände, die heute viele Gewässerlebensräume besiedeln und sich vor allem in Ostdeutschland und Schleswig-Holstein in einem starken Aufwärtstrend befinden. Der Mink ist größer und kräftiger als der heimische Iltis und der Europäische Nerz, sein Fell ist dunkelbraun bis schwarz, und das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist der weiße Fleck, der ausschließlich an der Unterlippe sitzt, während die Oberlippe vollständig dunkel bleibt. Damit lässt sich der Mink in der Ansprache zuverlässig vom streng geschützten Europäischen Nerz trennen, bei dem beide Lippen weiß gerandet sind. Eine sichere Ansprache ist jagdrechtlich unverzichtbar, da eine Verwechslung mit dem geschützten Europäischen Nerz oder dem Iltis erhebliche Konsequenzen haben kann.

Der Mink ist an Gewässer gebunden, lebt an Flussufern, Seen, Teichen und in Auwäldern und entfernt sich selten weiter als wenige Dutzend Meter vom Wasser. Er ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, ein hervorragender Schwimmer und Taucher und ernährt sich opportunistisch von Fischen, Krebsen, Amphibien, Wasservögeln, deren Gelegen und Küken sowie von Kleinsäugern. Wegen dieser Beutewahl gilt er als ernsthafte Bedrohung für gefährdete Bodenbrüter, Amphibienvorkommen und kleine Wasservögel und steht auf der Unionsliste der invasiven Arten von unionsweiter Bedeutung. Daraus ergibt sich für die Mitgliedstaaten eine Verpflichtung, die Ausbreitung einzudämmen, weshalb der Deutsche Jagdverband eine konsequente Bejagung empfiehlt.

Da der Mink dämmerungs- und nachtaktiv und stark gewässergebunden ist, ist die Fangjagd mit geeigneten, abgenommenen Lebendfangfallen die mit Abstand wirkungsvollste Methode. Bewährt haben sich Kastenfallen und Wippbrettfallen an Wechseln entlang der Uferböschungen, an Brücken, Durchlässen und Schilfgürteln, gerne in Kombination mit künstlichen Engstellen aus Naturmaterial. Wichtig sind eine tägliche Fallenkontrolle nach den Vorgaben des jeweiligen Landesjagdgesetzes, der Sachkundenachweis für die Fangjagd und die Verwendung von Fallen, die den Standards des Internationalen Übereinkommens über humane Fangnormen entsprechen. Ergänzend wird der Mink an Gewässern und Kirrungen vom Ansitz aus erlegt, häufig in Verbindung mit der Prädatorenbejagung auf Waschbär und Marderhund. Die Jagdzeiten und der jagdliche Status unterscheiden sich erheblich zwischen den Bundesländern, in einigen Ländern ist der Mink ganzjährig bejagbar, in anderen gelten Schonzeiten, weshalb vor jeder Bejagung ein Blick in die aktuelle landesrechtliche Regelung unerlässlich ist.

Weitere Tierarten in Oberösterreich

Wählen Sie eine andere Tierart, die in dieser Region bejagt wird.

Quelle & Haftungsausschluss

Alle Angaben ohne Gewähr. Schuss- und Schonzeiten stammen aus den offiziellen Quellen der Landesjagdverbände. Wenn Sie einen Fehler entdecken, schreiben Sie uns gerne an info@hunterco.de.