Oberösterreich

Jagdzeit

Saatgans Oberösterreich

Die Saatgans ist eine graubraune Wildgans mit dunklem Kopf, dunkelbraunem Hals und einem charakteristisch dunklen Schnabel mit orangefarbenem Querband. Sie wirkt etwas schlanker und langhalsiger als die Graugans und hat im Flug deutlich dunklere Vorderflügel. Inzwischen werden zwei Arten unterschieden: die in der nordrussischen und sibirischen Tundra brütende Tundrasaatgans (Anser serrirostris) und die in der boreal-skandinavischen Taiga brütende Waldsaatgans (Anser fabalis). Beide kommen in Deutschland nur als Zugvogel und Wintergast vor, sie brüten hier nicht. Ihre Rast- und Überwinterungsplätze liegen vor allem im Nordosten und an großen Flussniederungen. Für die Jagdpraxis ist sie damit klassisches Zugwild der kalten Monate, das in der DACH-Region ausschließlich auf dem Heimzug und in Überwinterungsgesellschaften angetroffen wird.

Heute geschont

Wann darf Saatgans in Oberösterreich bejagt werden?

Schusszeiten sind hervorgehoben. Geschonte Monate erscheinen als leere Reihen.

Januar
01.01.31.01.
Februar
Geschont
März
Geschont
April
Geschont
Mai
Geschont
Juni
Geschont
Juli
Geschont
August
Geschont
September
Geschont
Oktober
Geschont
November
Geschont
Dezember
Geschont

Genaue Daten

    • 2024-08-012025-01-31
    • 2025-08-012026-01-31

    Quelle: Oberösterreichischer Landesjagdverband

Über Saatgans

Die Saatgans (frühere Sammelart Anser fabalis) wurde in den vergangenen Jahren in zwei eigenständige Arten aufgespalten: die Waldsaatgans (Anser fabalis) der borealen Nadelwaldzone und die Tundrasaatgans (Anser serrirostris) der arktischen Tundra. Beide Arten unterscheiden sich vor allem in Körperbau, Schnabelform und Lebensraumwahl, sind im Feld jedoch nur mit Übung sicher zu trennen. Die Waldsaatgans ist die größere und schwerere Form mit längerem, schlankerem Schnabel und einem in der Regel breiteren orangen Schnabelband. Die Tundrasaatgans ist kompakter, kurzhalsig, mit kürzerem und stumpferem Schnabel und meist schmalerem orangem Band.

Die Brutgebiete der Waldsaatgans erstrecken sich von Skandinavien über das nördliche Finnland und Karelien bis weit nach Westsibirien hinein. Sie bevorzugt aufgelockerte Taigawälder, Moore, Bruchlandschaften und Waldtundra mit Seen, Flüssen und Mooren. Die Tundrasaatgans brütet weiter nördlich in der baumlosen Tundra Nordrusslands und Sibiriens, von der Kanin-Halbinsel im Westen bis zur Taimyr-Halbinsel im Osten. Beide Arten sind ausschließlich Bodenbrüter in offenem oder halboffenem Gelände, die Bestände der Waldsaatgans sind gesamteuropäisch rückläufig und gelten als eine der wenigen abnehmenden Gänsepopulationen der Westpaläarktis.

Im Zugverhalten unterscheiden sich beide Arten deutlich. Die Tundrasaatgans ist die zahlenmäßig dominante Form, die in Mitteleuropa rastet und überwintert. Der Hauptzug erreicht Deutschland im Oktober und November, ein großer Teil der westsibirischen Population zieht über die Ostsee und das Baltikum bis in die Niederlande, nach Dänemark und Norddeutschland. Die Waldsaatgans nimmt eine östlichere Zugroute und tritt in Deutschland heute nur noch in eng begrenzten Gebieten, vor allem im Nordosten, in größeren Rastbeständen auf. Beide Arten ziehen in V-Formationen und tagaktiven Pendelflügen zwischen Schlafgewässern und Nahrungsflächen.

Die Überwinterungsplätze in der DACH-Region liegen schwerpunktmäßig in den Niederungen Norddeutschlands, in den Flusstälern und an großen Stauseen. Tagsüber suchen die Trupps abgeerntete Mais-, Getreide- und Hackfruchtäcker auf und nehmen dort Ernterückstände, Wurzeln und Keimlinge auf. Auf umgebrochenen Flächen weiden sie auf Raps- und Wintergetreideschlägen. Zum Schlafen werden offene, störungsarme Wasserflächen aufgesucht, idealerweise große Seen, Flachwasserzonen, Polder und ruhige Flussabschnitte. Charakteristisch sind die Morgen- und Abendflüge zwischen Schlafgewässer und Äsungsfläche, die bei klarem Wetter weithin zu hören sind.

Im jagdlichen Kontext ist die Saatgans Zugwild der kalten Jahreszeit. Sie wird in der DACH-Region vor allem an Schlafplatzanflügen, Morgenstrichen und auf den Äsungsflächen bejagt, häufig im Lockjagdeinsatz mit Vollschalen-Attrappen und Stimmenimitation. Entscheidend ist das saubere Ansprechen, da Saatgänse häufig in gemischten Trupps mit Blässgans und Graugans, gelegentlich auch mit Weißwangengans oder Kurzschnabelgans auftreten. Die Verwechslungsgefahr mit nicht oder anders bejagbaren Arten ist erheblich, das Ansprechen ist deshalb Pflichtteil jeder Gänsejagd. Die jagdrechtlichen Schon- und Jagdzeiten unterscheiden sich nach Bundesland, Region und Schutzstatus, hier ist immer das aktuelle Landesrecht und die örtliche Verordnung maßgeblich.

Zur sicheren Unterscheidung im Feld helfen folgende Merkmale: Die Blässgans trägt als adulter Vogel eine markante weiße Stirnblesse oberhalb des Schnabels und auf Brust und Bauch unregelmäßige schwarze Querbänder, ihr Schnabel ist einfarbig rosa bis fleischfarben. Die Saatgans dagegen hat einen dunklen Kopf ohne weiße Blesse und einen zweifarbigen, schwarz-orangenen Schnabel. Die Graugans ist insgesamt deutlich heller, gräulicher und im Flug an den auffallend hellgrauen Vorderflügeln zu erkennen, ihr Schnabel ist einfarbig rosa bis orange ohne schwarze Anteile. Auch der Ruf hilft: Die Saatgans klingt tiefer und gedämpfter als die hellere, mehrsilbige Blässgans und die nasal lärmende Graugans. Wer im Schwarm beide Schnabelmerkmale, Kopffärbung und Körperproportion abgleicht, kann die Saatgans sicher von ihren häufigsten Verwechslungsarten trennen.

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