Jagdzeit
Steinadler Oberösterreich
Der Steinadler (Aquila chrysaetos) ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 230 Zentimetern der größte heimische Greifvogel des Alpenraums und das prägende Beutegreifer-Symbol des Hochgebirges. Er steht in Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie unter strengem Schutz, hat in Deutschland und Österreich eine ganzjährige Schonzeit und darf nicht bejagt werden.
— Heute geschont
Wann darf Steinadler in Oberösterreich bejagt werden?
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Über Steinadler
Der Steinadler bewohnt in der DACH-Region fast ausschließlich den Alpenraum und ist hier an offene und halboffene Hochgebirgslandschaften gebunden. Sein Jagdgebiet liegt vorzugsweise oberhalb der Waldgrenze, im Winter zieht er auch in tiefere Lagen. Charakteristisch sind die extrem großen Reviere: Ein Brutpaar beansprucht je nach Lebensraum und Nachbardichte zwischen rund 35 und 100 Quadratkilometer, in weniger produktiven Hochlagen oft noch deutlich mehr. Brutplätze sind meist Felswände, gelegentlich auch alte Bäume, und jedes Paar unterhält in der Regel mehrere Wechselhorste innerhalb seines Reviers.
Steinadler verpaaren sich lebenslang und beginnen die Brut bereits im späten Winter. Das Weibchen legt meist zwei Eier, die rund 43 bis 45 Tage bebrütet werden. Häufig überlebt nur ein Jungvogel, da der zuerst geschlüpfte Adlerjunge oft den schwächeren Geschwister-Jungvogel verdrängt, was als Kainismus bekannt ist. Der Bruterfolg ist insgesamt niedrig, die Jungenaufzucht zieht sich bis in den Hochsommer, und die Tiere sind in dieser Zeit besonders störungsempfindlich. Die Beute besteht überwiegend aus mittelgroßen Säugern wie Murmeltieren, jungen Gämsen, Hasen und Füchsen sowie aus Raufußhühnern, dazu kommt regelmäßig Aas, insbesondere im Winter Fallwild.
Die Bestandsentwicklung in der DACH-Region gilt als einer der großen Erfolge des Greifvogelschutzes. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war der Steinadler im Flachland und in den deutschen Mittelgebirgen durch Verfolgung als vermeintlicher Jagd- und Nutztierkonkurrent ausgerottet, auch die Alpenvorkommen erreichten ihren Tiefpunkt. In Bayern wurde der Steinadler bereits 1925 unter ganzjährige Schonzeit gestellt. Nach gesetzlichem Schutz und einer Mentalitätswende haben sich die Bestände wieder erholt: Im gesamten Alpenraum brüten heute rund 1.100 bis 1.200 Paare, in der Schweiz etwa 350 Brutpaare und in den Bayerischen Alpen rund 45 bis 50 Revierpaare, während Österreich nahezu den gesamten Alpenraum besiedelt.
Für Jägerinnen und Jäger ist der Steinadler kein Beutegreifer, der erlegt werden darf, sondern ein streng geschützter Mitbewohner des Reviers. Aus der Hegeverpflichtung des Bundesjagdgesetzes ergibt sich die Verantwortung, Horststandorte zu kennen, vertraulich zu behandeln und Störungen während der Brutzeit zu vermeiden. Wichtig ist die sichere Ansprache: Junge Steinadler werden gelegentlich mit Mäusebussard, Seeadler oder Rotmilan verwechselt. Eine Sonderrolle spielt die Falknerei, die in Deutschland seit 2015 zum nationalen und in Österreich seit 2010 zum UNESCO-anerkannten immateriellen Kulturerbe der Menschheit zählt. Die Beizjagd mit dem Steinadler ist nur mit gültigem Jagd- und Falknerjagdschein und ausschließlich mit nachweislich aus Nachzucht stammenden Vögeln zulässig. Der Wildfang ist verboten.
Quellen
- Steinadler – Wikipedia
- Vogelporträt: Steinadler – NABU
- Steinadler (Aquila chrysaetos) – Bayerisches Landesamt für Umwelt
- Aquila chrysaetos – Steinadler, Bundesamt für Naturschutz
- Steinadler im Porträt – Steinadlerschutz in Bayern
- Vogelarten: Steinadler – Schweizerische Vogelwarte Sempach
- Steinadler – Oberösterreichischer Landesjagdverband
- Beizjagd (Falknerei) – Deutscher Jagdverband
- Falknerei – Zentralstelle Österreichischer Falknervereine
- Arten des Anhangs I der Vogelschutzrichtlinie der EU – Wikipedia
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