Jagdzeit
Zwerggans Oberösterreich
Die Zwerggans (Anser erythropus) ist die kleinste der grauen Feldgänse und an ihrem leuchtend gelben Augenring sowie der bis weit in die Stirn reichenden weißen Blesse zu erkennen. Sie ist auf der IUCN-Roten Liste als gefährdet eingestuft, steht auf dem gesamten Zugweg unter strengem Schutz und tritt im DACH-Raum nur als seltener Ausnahmegast in Erscheinung.
— Heute geschont
Wann darf Zwerggans in Oberösterreich bejagt werden?
Schusszeiten sind hervorgehoben. Geschonte Monate erscheinen als leere Reihen.
Genaue Daten
Für das aktuelle Jahr sind keine Schusszeiten hinterlegt.
Über Zwerggans
Die Zwerggans ist mit einer Körperlänge von rund 53 bis 66 Zentimetern und einer Flügelspannweite von 120 bis 135 Zentimetern die kleinste der europäischen Feldgänse und unterscheidet sich auf den ersten Blick durch den auffälligen, zitronengelben Lidring, der auch bei Jungvögeln nach der Jugendmauser bereits erkennbar ist. Im Vergleich zur deutlich größeren Blässgans (rund 65 bis 80 Zentimeter) wirkt die Zwerggans kompakter und dunkler. Ihre weiße Stirnblesse reicht weiter nach oben und endet erst zwischen den Augen, die Bauchseite ist schwächer quergestreift und die langen Flügelspitzen überragen im Stand den Schwanz. Diese Merkmale sind für das saubere Ansprechen entscheidend, weil die Verwechslungsgefahr mit der Blässgans hoch ist und im Trupp leicht zu fatalen Fehlabschüssen führen kann.
Die Brutgebiete liegen in den subarktischen Bereichen der eurasischen Tundra und Waldtundra, von Nordskandinavien über die russische Tundra bis weit nach Sibirien zum Anadyr. Die Art bevorzugt dort die Weiden- und Birkenwaldzone in bergigen, oft felsigen Lagen mit Seen und Bächen. Ende August bis Anfang September verlassen die Vögel ihre Brutplätze und ziehen über Osteuropa in die Winterquartiere südlich des Kaspischen Meeres sowie ins westliche und südliche Schwarzmeergebiet, teils bis nach Rumänien, Bulgarien, Griechenland und Ostungarn. Der Heimzug beginnt Ende März bis Anfang April. Im DACH-Raum erscheinen einzelne Zwerggänse fast ausschließlich als Ausnahmegäste in Trupps von Blässgänsen, am ehesten an den traditionellen Rastplätzen großer Gänsezüge.
Der Weltbestand ist von schätzungsweise mehreren hunderttausend Tieren im 19. Jahrhundert auf heute nur noch rund 16.000 bis 27.000 Individuen zusammengebrochen. Lebensraumverlust in der Tundra und vor allem die illegale wie legale Bejagung auf dem Zugweg, insbesondere in Kasachstan und am Schwarzen Meer, gelten als Hauptursachen. Die skandinavische Brutpopulation war zwischenzeitlich auf wenige Prozent ihrer ursprünglichen Größe abgestürzt. Seit Ende der 1970er Jahre laufen in Schweden und später auch in Finnland Wiederansiedlungsprojekte, bei denen unter anderem Nonnengänse als Ammeneltern eingesetzt wurden und Jungvögel ihren Zugweg durch ein neues Winterquartier in Westeuropa erlernten. In Deutschland ist die Zwerggans nach dem Bundesjagdgesetz dem Jagdrecht unterstellt, aber ganzjährig geschont. Wegen der unmittelbaren Verwechslungsgefahr ist auch für die Blässgans in mehreren Bundesländern eine ganzjährige Schonzeit angeordnet worden, damit der Schutz der Zwerggans im Trupp tatsächlich gewährleistet bleibt. Für Jägerinnen und Jäger heißt das im Revierbetrieb: jeden Gänsetrupp gründlich ansprechen und im Zweifel den Schuss zurückhalten.
Quellen
- Zwerggans (Anser erythropus) – Tiersteckbrief, Deutscher Jagdverband
- Zwerggans – Wikipedia
- Zwerggänse erkennen – NABU Niedersachsen
- Zwerggansprojekt – Start des Projekts, NABU Niedersachsen
- Lesser White-fronted Goose Anser erythropus – BirdLife DataZone Factsheet
- Zwerggans (Anser erythropus) – Verbreitung, Bestandsentwicklung und Status in Deutschland, avi-fauna.info
- Zwerggans – Stark bedrohter Kurzschnabel, Vogel und Natur
- Zwerggans (Anser erythropus) – Artenschutz NRW, LANUV
- Bundesjagdgesetz (BJagdG) – gesetze-im-internet.de
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