Hunting season
Wildtauben Vorarlberg
Unter dem Begriff Wildtauben fasst das Jagdrecht im deutschsprachigen Raum die heimischen Arten der Familie Columbidae zusammen, in erster Linie Ringeltaube (Columba palumbus), Hohltaube (Columba oenas), Türkentaube (Streptopelia decaocto) und Turteltaube (Streptopelia turtur). Die Gruppe ist durch einen gemischten Schutz- und Jagdstatus geprägt: Während die Ringeltaube als häufigste und wirtschaftlich relevante Art in Deutschland regulär bejagt werden darf und in mehreren Bundesländern auch die Türkentaube auf der Jagdliste steht, sind Hohltaube und Turteltaube nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt und unterliegen einer ganzjährigen Schonzeit. Eine sichere Ansprache vor dem Schuss ist deshalb bei jeder Begegnung mit einem Taubenschwarm Pflicht.
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Wildtauben (Ausnahme: Ringel- und Türkentaube)
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About Wildtauben
Die Wildtauben Mitteleuropas bilden eine kleine, aber jagdlich anspruchsvolle Artengruppe, in der jagdbare und streng geschützte Arten unmittelbar nebeneinander vorkommen. Die mit Abstand häufigste Art im DACH-Raum ist die Ringeltaube, die mit 38 bis 43 Zentimetern Körperlänge und einer Flügelspannweite von rund 68 bis 77 Zentimetern die größte heimische Taube ist und sich durch den auffälligen weißen Halsfleck sowie das weiße Querband auf der Flügeloberseite eindeutig erkennen lässt. Sie besiedelt ein außergewöhnlich breites Habitatspektrum, von alten Laub- und Mischwäldern über Feldgehölze und Alleen bis tief hinein in Parks, Friedhöfe und Innenstädte, und nutzt zur Nahrungssuche offene Agrarflächen, was sie an Raps- und Getreideschlägen jagdlich bedeutsam macht. Auch in Österreich gilt sie als typische Waldbewohnerin mit Bezug zur offenen Landschaft, in der Schweiz ist sie die größte und häufigste Taubenart und besiedelt insbesondere das Mittelland bis an die Waldgrenze.
Deutlich unauffälliger lebt die Hohltaube, die etwas kleiner als die Ringeltaube wirkt, ihr aber im blaugrauen Gefieder ähnelt. Ihr fehlen die weißen Halsflecke und die weißen Flügelbänder vollständig; stattdessen zeigt sie einen schillernd grünen Nackenfleck, ein dunkles Auge und im Flug zwei kurze schwarze Querbinden auf den Schwingen. Sie ist auf lichte, alte Laub- und Mischwälder angewiesen, weil sie als Großhöhlenbrüter vor allem alte Schwarzspechthöhlen für die Brut benötigt. Hohltauben sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz nach dem Bundesnaturschutzgesetz beziehungsweise den jeweiligen nationalen Regelungen streng geschützt und unterliegen einer ganzjährigen Schonzeit.
Die Türkentaube ist die deutlich hellere, sandfarben-graue Art mit dem markanten schmalen schwarzen Halsband. Sie hat seit ihrer Einwanderung aus Südosteuropa um die Mitte des 20. Jahrhunderts den deutschsprachigen Raum als ausgesprochener Kulturfolger erschlossen und lebt heute fast ausschließlich in Dörfern, Stadtrandlagen, Parks und an landwirtschaftlichen Gehöften. Sie unterliegt dem Bundesjagdgesetz, wird aber in mehreren Bundesländern ganzjährig geschont und ist deshalb jagdlich nur in einem Teil des DACH-Raumes überhaupt relevant.
Die Turteltaube ist die kleinste und mit Abstand seltenste heimische Wildtaube. Sie ist an ihrer schlanken Gestalt, dem rotbraun gemusterten Flügeloberseiten-Schuppenmuster und dem schwarz-weiß gestreiften Halsabzeichen erkennbar und bewohnt strukturreiche Heckenlandschaften, Waldränder und Auwälder. Ihre Bestände sind in Mitteleuropa seit 1980 dramatisch eingebrochen, in Deutschland ist die Art um rund 90 Prozent zurückgegangen. Sie wurde 2020 zum Vogel des Jahres gewählt, ist europaweit gefährdet und genießt im gesamten deutschsprachigen Raum strengen Schutz mit ganzjähriger Schonzeit.
Aus dieser gemischten Lage ergibt sich die zentrale jagdethische Frage beim Taubenansitz: Vor jedem Schuss muss zweifelsfrei feststehen, dass es sich um eine Ringeltaube und nicht um eine in der Anflugsituation ähnlich wirkende Hohl- oder Turteltaube handelt. Erschwerend kommt hinzu, dass jungen Ringeltauben in den ersten Lebensmonaten der diagnostische weiße Halsfleck noch fehlt, sodass sie der Hohltaube auf Distanz ähnlich sehen können. Wer sich unsicher ist, etwa bei schlechtem Licht, hohem Anflug oder gemischten Schwärmen, sollte den Schuss konsequent unterlassen. Eine versehentlich erlegte Hohl- oder Turteltaube ist nicht nur ein Verstoß gegen das Naturschutzrecht, sondern wegen der prekären Bestandslage dieser Arten auch ein ernstes ethisches Problem. Eine waidgerechte Bejagung der Wildtauben in Deutschland, Österreich und der Schweiz setzt deshalb sichere Artenkenntnis, ruhiges Ansprechen und die Bereitschaft voraus, im Zweifel die Flinte unten zu lassen.
Sources
- Wildtauben, Wissen für die Jägerprüfung (waidwissen.com)
- Ringeltaube (Wikipedia)
- Die Ringeltaube, Frühlingsbote in Land und Stadt (jagdfakten.at)
- Ringeltaube (BirdLife Schweiz)
- Einheimische Waldvögel: Die Hohltaube (Columba oenas), waldwissen.net
- Die Türkentaube (NABU NRW)
- Die Turteltaube, unsere kleinste heimische Taube stürzt ab (NABU)
- Turteltaube (Wikipedia)
- Leicht verwechselbar: Tauben (LBV)
- Tauben, Das Jagdskript (jagdschein-vorbereitung.de)
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